Mittelkroatien

Das Mittlere Kroatien – Zwischen den Alpen, den Dinariden und der Pannonischen Tiefebene

An die Region Lika – Karlovac grenzt die Tourismusregion Mittleres Kroatien im Landesinneren. Im Westen stößt sie an die letzten Ausläufer der Alpen, die sich hier im Hügelland verlieren, und im Südem an das Karstgebirge der Dinara. Nach Osten hin breitet sich das Mittlere Kroatien in den Tälern von Save und Drau bis zur fruchtbaren Pannonischen Tiefebene aus. Dies ist die größte Tourismusregion Kroatiens, die aus sieben Gespanschaften besteht (den Gespanschaften Zagreb, Krapina- Zagorje, varazdin, Medimurje, Koprivnica Krizevci, Bjlovar-Bilogora und Sisak-Moslavina), die die Hauptstadt Kroatiens, Zagreb, im Zentrum der Region wie einen Ring umgeben.

In Mittelkroatien gibt es wegen der dichteren Besiedelung keine Nationalparks, aber hier liegen die beiden attraktiven Naturparks Lonjsko Polje und Zumberak- Samoborsko Gorje sowie auch ein Teil des beliebtesten kroatischen Naturparks Medvednica, der direkt an die Stadt Zagreb angrenzt. In Mittelkroatien findet man die letzten bewahrten mitteleuropäischen Sümpfe, hier kann man in den klaren Flüssen fischen gehen, in den malerischen Weinbaugebieten umherwandern oder Körper und Seele bei einem Spaziergang in den bewaldeten Bergen entspannen.

Eine besondere Gabe der Natur in dieser Region Kroatiens sind die zahlreichen Flüsse, deren Läufe zum größten Teil in ihrem natürlichen Zustand erhalten sind. Dies gilt auch für den längsten Fluss Kroatiens, die Save, an deren Ufern vor allem die vielen Angler ihr Vergnügen finden. Ähnliche Landschaften findet man auch an anderen größeren Flüssen wie der Drau, der Kupa oder der Una, an dessen Ufer die alte Stadt Hrvatska Kostajnica liegt. Das Mittlere Kroatien ist bekannt für seine zahlreichen mit Weinreben bewachsenen Hügel, insbesondere in der historischen Region Hrvatsko Zagorje, und gibt es auch einige ganz besondere Sehenswürdigkeiten wie den Sand von Djurdjevac, den letzten Rest einstiger ausgedehnter Sandgebiete in der Pannonischen Tiefebene.

                

Der größte Naturpark in Mittelkroatien ist das Lonjsko Polje im Save-Tal östlich von Zagreb. Es umfasst eine Fläche von 506 km2 und ist eines der größten erhaltenen europäischen Sumpfgebiete, das heute durch die Ramsar-Konvention als Sumpf von internationaler Bedeutung geschützt ist. Der Park bietet in seinen großen sumpfigen Weiten eine Atmospähre der Ruhe und des romantischen Friedens. An den ruhigen, von Seerosen bedeckten Gewässern erstreckten sich ursprüngliche Eichenwälder, die im Sonnenuntergang besonders schön aussehen. Der größte Reichtum des Lonjsko Polje sind die Vögel, von denen hier nicht weniger als 250 Arten leben.

Hier gibt es viele kleine Vögel und verschiedene Entensorten, aber seine bekanntesten Bewohner sind die Störche, die ihre Bester gerne auf den Dächern der malerischen Dörflichen Holzhäuser bauen. Eines dieser Dörfer, Cigoc, wurde deshalb 1994 zum ersten europäischen Storchendorf erklärt. Die Gewässer des Lonjsko Polje ziehen auch andere Tiere wie etwa Schlangen an, wobei es hier jedoch weniger gefährliche Giftschlangen gibt als im karstigen Süden Kroatiens.

Im Tal der Kupa liegt ein weiteres, ähnlich beschaffenes Gebiet, das Vogelreservat Crna Mlaka, das ebenfalls durch die Ramsar-Konvention geschützt ist.

Die Fischteiche der Crna Mlaka nehmen eine besondere Stellung ein, denn sie bilden Vogeloasen in unmittelbarer Nähe der Großstadt Zagreb. Westlich von Zagreb liegt der Naturpark Zumerak- Samoborsko Gorje. Er ist ganz anders als das Lonjsko Polje, denn er umfasst das ausgesprochen bergige Gebiet des Zumberacka Gora, des höchsten Gebirges im kontinentalen Kroatien. Es zeichnet sich durch Karstphänomene aus, die für die Gebiete in der Pannonischen Ebene untypisch sind, sowie durch tiefe Schluchten, schnelle Flüsse voller Wasserfälle und ausgedehnte Blumenwiesen. Eine besonderheit des Zumberak an steilen Hängen leben.

Die meisten Bewohner sind Nachfahren der berühmten kroatischen Küstenverteidiger, der Uskoken aus der Stadt Senj an den Küsten des Kvarners. Da ein Teil von ihnen griechisch- katholischen Glaubens ist, besitzen die Zumberaker Dörfer viele malerische Kirchen einschließlich derjenigen auf dem höchsten Gipfel des Zumberacka Gora. dem 1.102 Meter hohen Sveta Gera. Manchmal finden wir auch eine römisch-katholische und eine griechisch- katholische Kirche Seite an Seite wie im Dorf Dojutrovica.

               

Am Fuße des Zumberak-Samoborsko Gorje liegt das sanftere, besonders weinreiche Gebiet Plesivice. Charakteristisch für das Samoborsko Gorje sind auch die Rebstöcke,die sich so harmonisch in die Landschaft einfügen, und die zahlreichen Burgen auf den umliegenden Bergen wie das alte Samobor. Die bedeutenste Hügellandschaft Kroatiens ist das Hrvatsko Zagorje, eine malerische historische Region nördlich von Zagreb. Auf den Hügeln des Zagorje befinden sich zahlreiche Schlösser und Kirchen, und in den bewaldeten Bergen viele alte Burgenruinen.

Besucher können sich hier an märchenhaften Landstrichen erfreuen, die Gipfel der Berge erklimmen oder sich in den zahlreichen Thermalbädern entspannen. Einen besinderen Platz unter den vielen Schlössern nimmt Trakoscan ein, in dem sich ein einzigartiges Museum mit einer reichen Sammlung an Waffen und altem Mobiliar befindet. Wegen seiner Schönheit und seiner Lage oberhalb eines ruhigen Sees und inmitten eines Waldes hat das Gebiet von Trakoscan den Status einer geschützten Landschaft.

Im Hrvatsko Zagorje liegt auch die bedeutendste geschützte paläontologische Fundstätte Kroatiens, der Fundort des Neandertalers bei Krapina. An der Fundstelle ist ein Museum mit Darstellungen des Neandertalers im Freien eingerichtet worden. Von der Bedeutung dieser Fundestelle zeugt die Tatsache, dass sie im Januar 1996 die Titelseite der berühmten Zeitschrift „National Geographic“ schmückte. Im Ort Gornja Stubica befindet sich der bekannteste geschützte Baum Kroatiens, eine über 400 Jahre alte Linde, unter der der Bauernführer Matija Gubec 1573 seine gleichgesinnten Mitstreiter zum Aufstand gegen die Feudalherren versammelte.

Zum gängigen Bild, das man sich von einer typischen Zagorje-Landschaft macht, gehören malerische Hügel mit Obstbäumen und Weinbergen, in denen die obligaten Vogelscheuchen des Zagorje, „Klopotec“ genannt, klappern. Ein solcher Ort ist Vinagora mit seiner imposanten Kirche auf einer Bergspitze, von der aus man einen großartigen Blick auf die umliegenden Weinberge an den Hügeln genießt. Solche Landschaften gibt es auch in anderen Regionen Mittelkroatiens wie etwa ganz im Norden, in Medjimurje, das für seine hochwertigen Weine bekannt ist. Auf den Gipfel der Berge stehen häufig Ruinen aus dem Mittelalter wie die der Burg Kalnik nahe der Stadt Krizevci.