Muster vereinbarung arbeitszeitkonto mindestlohn

Um mögliche Veränderungen im zweiten Halbjahr 2015 und im ersten Halbjahr 2016 zu untersuchen, analysieren wir auch die Zweijahreseffekte von 2014 bis 2016. Wie in den vorherigen Schätzungen kann der Zeitraum vor der Einführung des Mindestlohns (2012 bis 2014) für einen Placebo-Test verwendet werden. Tabelle 6 enthält die Ergebnisse. In diesem Fall ist die abhängige Variable definiert als die relative Änderung der Arbeitszeit zwischen t und t+2. Die Auswirkungen auf die Arbeitszeit können jedoch von der Höhe der Ergebnisvariablen zum Zeitpunkt der Einführung des Mindestlohns abhängen. Geringfügige Änderungen der Arbeitszeit könnten beispielsweise ausreichen, um geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer an den Mindestlohn anzupassen, während es bei Vollzeitbeschäftigten zu wesentlichen Änderungen kommen könnte. Um diese Art von nichtlinearen Beziehungen zu steuern, können wir nicht nur die absolute Veränderung der Arbeitszeiten betrachten, sondern auch die logarithmische Veränderung (lnhit+1/hit 100). Die entsprechende Differenz zwischen Behandlungs- und Kontrollgruppe ergibt dann die prozentuale Veränderung der geleisteten Arbeitsstunden aufgrund der Einführung des Mindestlohns. Hier zeigen die Daten, dass die vertraglichen Arbeitszeiten durch den Mindestlohn insgesamt um rund 4,5 Prozent gesunken sind. Für die tatsächlichen Arbeitszeiten zeigen die Ergebnisse einen absoluten und relativen Unterschied zwischen der Behandlung und der Kontrollgruppe, aber dies ist statistisch nicht signifikant. Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf Bezahlung für zusätzliche Stunden und es gibt keine gesetzlichen Mindestlöhne für Überstunden, obwohl Ihr durchschnittlicher Lohnsatz nicht unter den nationalen Mindestlohn fallen darf. Arbeitsmarktübergänge: Einige Beschäftigte zeigten eine Veränderung des Arbeitsmarktstatus und fielen damit nicht mehr in den Anwendungsbereich des Mindestlohngesetzes. Obwohl sie alle Angaben in t+1 gemacht haben, mussten sie daher gesondert beobachtet werden.

Hier können wir zwei Arten von Übergängen unterscheiden. Die erste ist diejenige von einem Arbeitsplatz, der durch das Mindestlohngesetz in t abgedeckt war, bis zu einem Arbeitsplatz, der nicht unter das Gesetz in t+1 fällt. Dies könnte z. B. bei Übergängen in die Selbständigkeit oder bei Arbeitsplatzwechseln in einen vom Gesetz ausgenommenen Sektor der Fall gewesen sein. Da Arbeitsplatzveränderungen wie diese eine direkte Folge der Einführung des Mindestlohns sein können, werden diese Übergänge in die nachstehende Analyse einfließen, und die Längspopulation umfasst Personen dieser Kategorie. Der zweite relevante Übergang ist der Verlust von Arbeitsplätzen. Auch wenn frühere Forschungsergebnisse nicht darauf hindeuten, dass die Beschäftigung deutlich zurückgefahren wurde (z.B. Bossler und Gerner 2019), ist es nach wie vor nicht auszuschließen, dass Beschäftigte in der Stichprobe mit Stundenlöhnen von weniger als 8,50 Euro pro Stunde statt Lohnerhöhung ihren Arbeitsplatz verloren und damit ihre Arbeitszeit auf Null reduziert haben. Diese Übergänge sind per definitionem nicht Teil der „intensiven Marge“, können aber zu Verzerrungen in den Schätzpunkten führen.

In allen regressionsbasierten Analysen werden Personen mit Arbeitsplatzverlust in t+1 ausgeschlossen. Die Kausalidentifikation beruht auf der Annahme, dass die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in der ausgewählten Kontrollgruppe keinen Anpassungseffekt zur Folge hatte. Insbesondere diejenigen, die 2014 mehr als 8,50 Euro verdient haben, dürfen als Reaktion auf den Mindestlohn keine Änderungen ihrer Arbeitszeit erfahren.

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